Kräuter, Wildgemüse und essbare Blüten

Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten. (Pfarrer. Johann Künzle, 1857 - 1945)

Die hier beschriebenen Kräuter und Wildgemüse sind alphabetisch nach ihrem botanischen Namen geordnet. Wenn eine Sorte nur als Samen lieferbar ist, ist dies in Klammern (SA) hinter dem botanischen Namen vermerkt.

Bei den Verwendungsmöglichkeiten der Kräuter haben wir den Schwerpunkt auf die Verwendung in der Küche als Nahrungs- und Würzmittel gelegt. Die Nutzung als Heilkräuter wurde berücksichtigt, jedoch sehr unvollständig. Für die, die sich näher dafür interessieren sind im Kapitel "Bücher" einige qualifizierte und ausführliche Werke besprochen.

Viele Inhaltsstoffe von Kräutern sind noch nicht erforscht und jeder Mensch reagiert anders darauf. Es kann durchaus vereinzelt zu allergischen Reaktionen kommen. Wir übernehmen deshalb keine Verantwortung für eventuelle Folgen bei der Verwendung der hier beschriebenen Kräuter. Heilpflanzentees sollten immer nur beschränkte Zeit und nicht länger als nötig eingenommen werden.

Allgemeines zur Herstellung von:

Blütenbutter: 4 EL Blütenblätter werden - je nach Wunsch - grob oder fein gehackt und mit 125 g weicher Butter in einer Schüssel verrührt. Nach 2 - 3 Tagen zugedeckt im Kühlschrank hat sich das volle Aroma entfaltet. Blütenbutter kann auch eingefroren werden (bis zu einem Vierteljahr).

Blütenzucker: 400 g Zucker und ca. 20 EL Blütenblätter mit dem Mixer verrühren. In einem verschlossenen Glas eine Woche stehen lassen. Anschließend den Zucker durchsieben. Blütenzucker kann anstelle von normalem Zucker in jedem Rezept verwendet werden.

Blütensirup: 120 g Zucker bei schwacher Hitze in 150 ml Wasser auflösen und anschließend 3 Minuten köcheln lassen. Topf von der Kochstelle nehmen und den Sirup in ein Glas füllen. 2 - 4 EL Blütenblätter hineingeben, das Glas schließen und abkühlen lassen. Den Sirup anschließend durch ein feines Sieb laufen lassen. Im Kühlschrank ist der Sirup bis zu 14 Tagen haltbar. Er kann zum Süßen und Aromatisieren von Desserts und heiß oder kalt als Soße zu Pudding und Eiscreme verwendet werden.

Blütenwein: Eine Handvoll frische Blüten in eine Schüssel geben und mit 1 Liter gutem Weißwein übergießen. An einem kühlen Platz 4 - 5 Tage ziehen lassen. Danach den Wein in eine Flasche sieben und gut verkorkt aufbewahren.

Blütenlikör: 50 - 100 g frische Blüten mit 0,75 l Wodka oder Korn (40 %) übergießen, 20 g Zucker hinzufügen, 14 Tage stehen lassen und dann abgießen.

Kandierte Blüten: Die einfachste Methode, Blüten zu kandieren ist, die Blüte in gezuckerten Eischnee zu tauchen und trocknen zu lassen oder die Blüte zunächst mit leicht geschlagenem Eiweiß zu bestreichen und anschließend mit Zucker zu bestreuen. Die abgetrockneten Blüten können in einem Plastikgefäß aufbewahrt werden.

Blütengelee: Um beliebige Fruchtgelees mit Blüten zu bereichern werden ca. 10 - 20 EL Blüten auf 2 kg Obst verwendet.

Blütenöl: Pro 300 ml hochwertigem Pflanzenöl verwendet man ca. 20 EL Blüten. Man entnimmt ein wenig öl aus der Flasche, gibt die Blüten in die Flasche und gießt das entnommene öl wieder darüber. Man lässt das öl 1 - 2 Wochen an einem mäßig warmen Ort ziehen und siebt es dann ab. Bis zur Verwendung kühl aufbewahren.

Blütenessig: 500 ml Weißweinessig langsam erhitzen (nicht im Alutopf!). 10 EL Blütenblätter in ein Gefäß mit Deckel geben und mit dem heißen Essig auffüllen (Gefäß nicht randvoll machen!). Essig abkühlen lassen, Gefäß schließen, 4 Wochen stehen lassen, in eine Flasche sieben und mit frischen Blüten dekorieren.

Getrocknete Blüten: Blütenblätter auf einem Tablett, Blech oder Trockenrahmen locker auslegen und an einem luftigen, schattigen Ort bei 20 - 30 °C trocknen lassen. In den ersten 3 Tagen mehrmals wenden.

Verwendung von Blüten in gekochten Gerichten: Die zarten Blüten werden grundsätzlich erst kurz vor dem Servieren untergehoben oder als essbare Verzierung über die Speise gestreut.